Prototyp

M44 - Beehive Cluster

ESO/B. Tafreshi (twanight.org)

14 Februar 2015   Ralf Edmund Stranzenbach

Aufnahmedaten

Ort: Witten
Teleskop: William Optics GTF81
Kamera: Nikon D5200

Letzte Woche habe ich mein frisch erworbenes William Optics GTF-81 ausprobieren können. Das Wetter war gut und so empfing mich beim Heimkommen ein klarer Himmel. Das war die Gelegenheit, das Ziel des Monats Februar - Messier 44, den Beehive Cluster - auf den Sensor meiner DSLR zu bannen.

Da ich meine eigene Montierung bislang nur selten genutzt und dann auch in der Regel eher den Mond oder die Sonne beobachtet habe, musste ich mich diesmal den Prozeduren der Polausrichtung und des Alignments widmen. Hier hilt nur die regelmäßige Übung. Es hat sich jedenfalls gezeigt, dass ich öfters ein paar Trockenübungen bei Licht und Wärme hätte durchführen sollen. So ist es nun auch nicht weiter verwunderlich, dass ich an diesem Abend gleich zwei unverzeihliche Fehler gemacht habe.

  • Die Position des Polsterns im Polsucher ist eine gute Idee. Immerhin liefert das SynScan Handgerät ja auch den erforderlichen Stundenwinkel. Allerdings sollte man die Position nicht an einer frei beweglichen Skala einstellen, die in eine beliebige Richtung zeigen mag. Besser ist’s, man nutzt dazu den vorher eingestellten Teilkreis…

  • Beim Einstellen der Zeit im Handgerät ist es eine gute Idee, die Zeitzone auf GMT+1 zu setzen. Stellt man dort GMT+2 ein, sind alle Ziele um 15 Grad verschoben.

Das Alignment war dementsprechend erst einmal ziemlich schwierig. Mit eifrigem Korrigieren aber war eine halbwegs tragfähige Grundeinstellung möglich. Trotz dieser groben Schnitzer war Jupiter schnell im Sucher des Teleskops sichtbar und war ein eindeutig identifizierbares Objekt mit dem die Einstellungen kontrolliert werden konnten. Es war klar, dass es kein gescheites Bild ergeben wird, aber zum Beweis musste ich auf den Auslöser drücken… Immerhin werden vier der Jupiter-Monde auf diesem Bild erkennbar.

Jupiter

Eigentlich wäre es eine gute Idee gewesen, die kleine Planetenkamera anzuschliessen und den Jupiter ordentlich aufzunehmen, aber das war an diesem Abend nicht mein Ziel. Stattdessen wollte ich mich unbedingt an Messier 44 versuchen.

Der Sternhaufen war dann auch schnell gefunden. Das Fokussieren hat dann allerdings eine ganze Weile gedauert, immerhin muss immer wieder ein neues Bild aufgenommen werden, um den Erfolg der Einstellungen zu prüfen. Letztlich fand sich der Schärfepunkt bei einer Auszugslänge von 64 Millimetern und damit genau dort, wo er rechnerisch laut Spezifikation des GTF-81 zu finden sein sollte.

In der Nachbearbeitung der Daten zeigte sich dann aber, dass 15 Aufnahme á 30 Sekunden bei ISO100 bei weitem kein ausreichendes Signal ergeben. Bei nachfolgenden Versuchen auf anderen Objekten habe ich sowohl den ISO Wert als auch die Belichtungsdauer verlängert – leider mit nur begrenztem Erfolg.

Immerhin ist es mir gelungen, eine weitere schlechte Aufnahme dieses Objekts zu erstellen.

Messier 44

Damit mich nun keiner beschuldigt irgendwelche helle Punkte als Messier 44 auszugeben, habe ich hier noch eine kommentierte Version dieses Bildes vorbereitet. So hat an Ende mein Versagen in der korrekten Positionierung des Teleskops zumindest dazu geführt, dass ich mich Plate Solving übe und die Koordinaten und Aufnahmedaten des vorliegenden Bildes korrekt bestimmen kann.

Messier 44 kommentiert

Ich habe dann noch weitere Aufnahmen von M42 und M45 erstellt. Doch mit der Zeit bildete sich auf wirklich allen Metallflächen eine Eisschicht, selbst die Kabeltrommel war davon nicht verschont. Da auch die Akkus der Aufnahmekamera bei diesen Temperaturen die Aufnahmedauer stark begrenzt haben, habe ich dann recht früh alles wieder abgebaut.

Für diesen Abend war es dann aber für mich auch genug. Zwei Tage später ergab sich dann auch die nächste Gelegenheit für eine Beobachtung.