Prototyp

Wolkenlücke!

ESO/B. Tafreshi (twanight.org)

13 Mai 2015   Ralf Edmund Stranzenbach

Aufnahmedaten

Ort: Sternwarte Dortmund
Teleskop: Lunt LS80Ha
Kamera: ASI120MM

Gestern Abend hatte ich mich mit Bekannten an der Volkssternwarte Dortmund verabredet, eigentlich wollten wir die Sonne beobachten und ein wenig mit dem Gerät experimentieren. Doch wie es dann so oft ist, hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Während am Vormittag der Himmel noch weitgehend frei von Wolken war, zogen den ganzen Tag über ständig mehr und mehr Wolkenfelder über uns hinweg.

Doch wir haben uns davon am Ende doch nicht von unserem Treffen abhalten lassen. Immerhin konnten wir mit dem 2-Meter Fraunhofer im Weißlicht und mit meinem Lunt LS80Ha Teleskop einen kurzen Blick auf die Sonne werfen. Und tatsächlich gab es, in den wenigen Momenten in denen die Sonne durch die Wolken blinzelte, etwas zu sehen. Am Rand der Sonne war eine große Protuberanz zu erkennen.

Also habe ich schnell auch meine kleine ASI-120MM CMOS Kamera und die Barlow-Linse zusammengesetzt und das Teleskop damit bestückt. Eine weitere Wolkenlücke bot die Gelegenheit, mit FireCapture 2000 Einzelaufnahmen zu erstellen, bis dann die nächste dunkle Wolke eine weitere Beobachtung verhinderte.

Sonne

Die Bearbeitung

Die mit FireCapture aufgezeichneten Rohdaten hätten besser sein können. Hätten wir uns etwas mehr Zeit nehmen können, hätte wir bei einem weiterer Versuch wahrscheinlich einen schöneren Bildausschnitt wählen können. Wir hätten dann auch mit einer zweiten Belichtung zusätzlich Details der Sonnenoberfläche aufnehmen können, um diese Bilder dann zu kombinieren. Da bei dieser Aufnahme die Einstellungen passend zur Protuberanz gewählt wurden, ist die Sonnenoberfläche damit leider zu stark belichtet und ausgebrannt.

Ein Versuch, die Daten vor Ort bereits mit AutoStackert!2 zu einem einzelnen Bild zu verrechnen sind dann leider gescheitert. Meine Version dieses ansonsten sehr guten Programms haben das automatische Speichern des Endergebnisses verweigert. Zu Hause habe ich dann eine alternative Programmversion geladen und diese speichert das Ergebnis zumindest dann, wenn man den entsprechenden Menüeintrag nutzt.

Mit PixInsight habe ich dann mit dem LocalHistogramEqualization Prozess die lokalen Kontraste verstärkt. Als nächstes habe ich mit einem Wavelet basierten Filter das Bild geschärft, um die Strukturen in den Massenauswürfen zu verstärken. Mit der HistogramTransformation wurde dann der Kontrast des Bildes ein wenig angepasst. Als nächsten habe ich das Bild mit der CurvesTransformation im roten und grünen Farbkanal ein wenig aggressiver justiert, um dem eigentlich monochromen Ergebnis einen leichten Farbton zu geben.

Die Beschriftung und den Export des als FITS-Datei vorliegenden Bildes habe ich dann mit Photoshop CC durchgeführt. Im Hinblick auf die Mühe bei der Nachbearbeitung ist das Ergebnis dann dennoch erstaunlich schlecht geworden…